Seit einigen Wochen ist unser Leben in zunehmendem Maße durch Verunsicherung, Angst und Ungewissheit geprägt. Das Bewusstsein über die potentielle Bedrohung in Form des Covid-19-Virus hat uns auch in unserem vom Wohlstand verwöhnten Deutschland erreicht.

Mittlerweile sind die Veränderungen im Alltag bei wirklich allen Menschen angekommen, egal, wie alt sie sein mögen oder welchen Beruf sie ausüben oder wo sie leben.

Unser bisheriges Leben steht auf dem Kopf. Selbstverständlichkeiten machen Unsicherheit Platz. Immer mehr Menschen werden von ihren Arbeitgebern ins Homeoffice verbannt, manche freuen sich, viele jedoch wissen schon jetzt, dass sie die feste Struktur und die Kollegen vermissen werden. Kinder jeden Alters müssen betreut werden, dürfen nicht mal mehr auf Spielplätze. Gemeinsame Freizeitaktivitäten und Feiern werden auf unbestimmte Zeit verschoben. Urlaube storniert.

Das Leben ohne Grenzen ist vorbei – in vielerlei Hinsicht.

Wir sorgen uns plötzlich um unsere Versorgung. Für die meisten von uns ein nie dagewesener Zustand. Sind wir doch die Generation X oder Y wo alles möglich war, die Grenzen vermeintlich aufgehoben, die Möglichkeiten unbegrenzt. Nur die Älteren unter uns erinnern sich an andere Zeiten und bleiben meist (ein wenig zu) gelassen.

Nicht alle können jedoch von Zuhause arbeiten, manche wurden schlichtweg zur Sicherheit nach Hause oder in Quarantäne geschickt, wenn Firmen geschlossen wurden aufgrund eines Verdachtsfalles oder um die Ansteckungsgefahr zu verringern.

Doch was tun mit der Zeit, die wir nun quasi geschenkt bekommen? Ungefragt und oft ungewollt. Nehmen wir einmal an, Sie zeigen keine Symptome und ihnen geht es soweit gut. Im Folgenden möchte ich Ihnen ein paar Anregungen geben, diese besondere Zeit und ungewohnte Situation für sich bestmöglich zu nutzen. Denn, mal ehrlich: Wann bekommt man schon mal eine Auszeit geschenkt?

Nehmen Sie sich doch einmal bewusst Zeit für das, was immer liegen bleibt. Und genießen Sie anschließend das gute Gefühl, was sich in Ihnen breit macht, weil Sie etwas von der immer vorhandenen und im Unterbewussten energieraubenden Liste abgearbeitet haben.
Nutzen Sie die Zeit zum Beispiel zum Ausmisten! Ich bin sicher, vieles, was sich in Ihrem Haushalt befindet nutzen Sie eigentlich nie. Überflüssiger Ballast verstopft die Schränke und Keller und beschwert das Leben. Er verhindert, dass Neues in Ihr Leben kommen kann. Und über noch intakte Kleidungsstücke freut sich der Kleiderkreisel oder das Rote Kreuz. Oder Sie bieten noch gute Stücke in der Nachbarschaft an (z.B. über Plattformen wie nebenan.de oder Kleinanzeigen), manch einer freut sich vielleicht darüber.

Telefonieren Sie mal wieder. In Ruhe. Vielleicht rufen Sie einmal alte Freunde an, telefonisch oder über Skype, anstatt ihnen immer nur Whatsapp-Nachrichten zu senden oder sie über Facebook zu kontaktieren. So haben Sie Zeit für ein echtes Gespräch und können sich wirklich auf den anderen einlassen. Und sicher haben Sie sich schon lange keine Zeit mehr dafür genommen.

Probieren Sie neue Rezepte aus! Auch die Zeit der Restaurant-Besuche ist vorbei. Möglicherweise haben Sie aber früher gerne gekocht und hatten Freude daran, neue Rezepte auszuprobieren. Aber dann hat der hektische Alltag dazu geführt, dass Sie auf einfache Mahlzeiten zurückgegriffen haben. Warum probieren Sie nicht mal wieder etwas mit viel Gemüse und ungewöhnlichen Gewürzen aus , erfreuen sich an den Farben und Gerüchen und stärken durch den Genuss gleichzeitig Ihr Immunsystem. Am besten im Kreise Ihrer Familie! Denn auch das gemeinsame Essen kommt im Alltag oft zu kurz und ist doch erwiesenermaßen so wichtig und bietet Zeit für Austausch.

Zeit für Dankbarkeit. Ja, im Moment können wir vieles von dem, was in unserem Leben selbstverständlich war nicht mehr tun. Die meisten von uns führten bis vor ein paar Tagen ein privilegiertes Leben. Doch es war uns selten so bewusst wie jetzt. Eine gute Gelegenheit mal innezuhalten und dankbar zu sein, für die guten, friedlichen Zeiten, meist ohne Einschränkungen, die wir bisher in unserem Leben erfahren durften. Auch Dankbarkeit zu empfinden schützt unser Immunsystem und ersetzt düstere, angstvolle Gedanken. Und auch jetzt noch gibt es genügend Dinge, für die wir dankbar sein können. Eine solche Krisensituation mit einem Dach über dem Kopf abzuwettern und Lieferdiensten, die einem helfen, Fehlendes zu bestellen ist schon allein Grund genug. Ganz zu schweigen von den Helden und Heldinnen, die zurzeit unsere Grundversorgung aufrechterhalten.

Manchmal erkennt man erst, wie wertvoll etwas ist, wenn man es nicht mehr hat: Zum Beispiel die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit und die beinahe Rundum-Verfügbarkeit aller Dinge. Vielleicht möchten Sie einmal ausprobieren, wie es ist, jeden Abend 3 Dinge aufzuschreiben, für die Sie dankbar sind oder die Sie heute glücklich und zufrieden gemacht haben? Am Anfang gar nicht so leicht, aber geben Sie nicht so schnell auf. Schon allein, um unserer im Moment nicht allzu positiven Aussicht auf die nächsten Wochen und Monate etwas entgegenzusetzen.

Zeit für Kurskorrekturen. Und wie wäre es, wenn Sie sich mal Zeit nehmen, einen Blick auf Ihr Leben zu werfen? Und sich zu fragen, ob Ihr Kurs noch der Richtige ist? Möchten Sie so bis zur Rente weitermachen? Oder möchten Sie etwas verändern? Welche Ihrer Lebenspfeiler Beziehungen und Soziales, Materielle Sicherheit, Beruf, Gesundheit und Werte sind noch stabil und welche bröckeln? Was läuft gut in Ihrem Leben und wo möchten Sie etwas anders machen? Wie sieht es mit Ihrem Energiehaushalt aus? Fragen Sie sich doch einmal, welche Tätigkeiten Ihnen im Laufe eines Tages viel Energie rauben und wo Sie wieder auftanken können? Und wie oft Sie diese Ressourcen, ihre Kraftquellen auch tatsächlich nutzen? Möglicherweise nagen diese Fragen schon länger an Ihnen und Sie haben sogar ein wenig Angst, sich ihnen zu stellen. Seien Sie mutig, denn es lohnt sich! Gerne begleite ich Sie auch mit einem Telefon-/oder Skype-Coaching hierbei. Kontaktieren Sie mich.

Was wirklich zählt im Leben. In eine ähnliche Richtung geht die Frage, was eigentlich wirklich wichtig ist in Ihrem Leben? Und was habe ich vielleicht in der letzten Zeit/den letzten Jahren vernachlässigt? Meist lassen die aktuellen Sorgen um Angehörige vieles in den Hintergrund rücken von dem wir im Januar noch dachten, es wäre wichtig. Familie und Gesundheit stehen für viele im Moment an erster Stelle. Sie können auch dem Konzept der Big 5 for Life von John Strelecky folgen.

Ein guter spielerischer und doch zugleich ungewöhnlich tiefer Einstieg in Fragen des Lebens bieten auch die Kartensets der Sinnierfragen. Auch innerhalb der Familie macht es Spass, sich einmal mit ungewöhnlichen Fragen zu beschäftigen.

Etwas zurückgeben. Vielleicht haben Sie in Ihrem Haus oder in der Nachbarschaft ältere oder (vor-)erkrankte Mitbewohner oder Nachbarn, die aufgrund der Quarantäne das Haus nicht mehr verlassen dürfen. Diese sind jetzt besonders gefährdet und auf unsere Hilfe angewiesen. Vielleicht können Sie ihnen Lebensmittel oder Medikamente bringen. Natürlich mit gebührendem Abstand. Und auch hier gilt: So oft es geht Händewäschen (mind. 30 sek) und 2 m Abstand halten! Oder vielleicht gibt es sonst etwas, was Sie jetzt für die Gemeinschaft tun können? Jede Hilfe ist im Moment willkommen!

Social Media und Nachrichten bewusst begrenzen. Angst und Sorgen bestimmen in vielerlei Haushalten gerade die Stimmung und werden beinahe rund um die Uhr befeuert durch neue Nachrichten, die wir hören oder in den Medien lesen. Forschungen hierzu haben schon vor Corona-Zeiten ergeben, dass der ständige Einfluss negativer Nachrichten (und wann gibt es schon mal gute?) sich auf unsere Einstellung und Sichtweisen auswirkt.

Daher wäre es möglicherweise gut, die Handy-/Nachrichtenzeit pro Tag zu beschränken. So, dass man zwar informiert bleibt, aber unser Geist sich nicht permanent mit dem Coronavirus und den Vorhersagen über mögliche Entwicklungsszenarien beschäftigt, also „Mentale Erholungspausen“ geschaffen werden. Unterstützt werden könnte diese durch kurze Meditationseinheiten, z.B. Atemmeditationen um aus dem „Sorgenkreisel“ im Kopf auszusteigen. Vielleicht möchten Sie für sich auch eine positive Affirmation erarbeiten?

Bewegung schaffen. Solange wir es können: Gehen Sie raus und bewegen Sie sich. Nach Möglichkeit sogar alleine (Paare oder Eltern auch mal abwechselnd!), auch um der räumlichen Enge und der für viele ungewohnten permanenten Nähe einmal zu entfliehen und eventuelle Konflikte zu entschärfen. Angst und Sorgen lösen Stresssymptome aus, die Sie am besten über körperliche Aktivität loswerden können. Im Notfall auch zuhause. Viele Fitnessstudios bieten zurzeit Online-Kurse an.

Struktur im Alltag etablieren. Um den ungewohnten Alltag zuhause zu meistern, kann es hilfreich sein, sich eine Struktur zu überlegen. Eine Art Stundenplan, in dem auch die Zeit für Sport/Bewegung, Meditation, geistige Entspannung durch Musik, Zeit für mich, ein Buch, vielleicht eine Verabredung mit Freunden über Skype Platz hat. Oder Sie besuchen über Google Arts and Culture mal ein Museum in einem der Hauptstädte der Welt. Genuss, egal, ob kulturell oder über leckeres Essen oder schöne Musik unterstützt unser Immunsystem ebenfalls.

Und wenn Sie einmal einen positiven Blick auf die Zeit nach dem Coronavirus werfen wollen: Hier ein Szenario des Zukunftforschers Matthias Horx.

Kommen Sie gut durch diese besondere Zeit, bleiben Sie gesund und falls Sie raus aus dem Stress wollen, rufen Sie mich an unter 0173-4344441 oder schreiben Sie mir eine Mail!

unsplash-logoNick Fewings